HomeKontaktNewsletterSitemapImpressum   
mainlogo


Facebook Youtube Twitter Blog Xing

Daphne III

Das ISF ist Assoziierter Partner im EU-Forschungsprojekt Daphne III von ABILE West. Es handelt sich um GEWALTPRÄVENTION — Ein Friedensprojekt.

Lesen Sie dazu mehr von Dr. phil. Peter Amann

 

A) Teilziel: Sofortige präventive Trennung von konkreter Gewalt in der Einzelsituation:

 

Freiraum schaffen durch nonverbale und verbale gelingende Kommunikation:
Eine Massnahme zur Erreichung des Teilziels: Sofortige Ausschliessung der Möglichkeit tatsächlicher konkreter Gewalt durch Rollenspiele, wie lustvolles oder aggressives Weglaufen – auch gezielter Flucht -, Umdrehen, lautes Reden, Rufen – gegebenenfalls auch Schreien - neben anderen die Situation entspannender Aktivitäten. Räumliche und zeitliche Distanzierung von potentieller Gewalt soll wahrgenommen und schrittweise eingeübt werden durch Einübung von Selbstdistanzierung mit Distanzierung zum subjektiv emotional erlebten Problem und – wenn die Beziehung schon so weit gediehen ist – humorvoller Anerkennung von im Moment nicht veränderbaren objektiven Tatsachen


B) Teilziel: Beziehung stärken:

 

Lächeln, Lachen, Humor als mögliche spontane Veränderung des aktuellen Umgehens mit dem Ziel, ein neues überraschendes, spontanes Beziehungsmuster hervorzubringen. Mit dem potentiellen Konfliktpartner sollen schrittweise neue Rollen-Muster erlernt und eingeübt werden. Der potentielle Täter soll mit besonderer und gezielter Aufmerksamkeit in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit als Person und der Einmaligkeit der Situation, in der er sich befindet, wertschätzend wahrgenommen werden, um seine Fähigkeit der Selbstwertschätzung zu üben. Eltern und Familienmitglieder, LehrerInnen und MitschülerInnen, PolizistInnen u.a. HelferInnen sollen ihre wertschätzende Wahrnehmung bündeln und fokussieren lernen und in Rollenspielen Veränderungen beim potentiellen Täter fördern.
Dies ist der Beginn eines respektvollen Umgangs mit der Person des potentiellen Täters – trotz seiner anfänglichen negativen Inputs.
Im dialogischen Umkehrprozess sollen sich die HelferInnen zu DienstleisterInnen wandeln und die erkennbaren Bedürfnisse und Anliegen des potentiellen Täters zum Anlass nehmen, diesem trotzdem mit Respekt seiner Person gegenüber zu begegnen und ihm zu helfen, seine Anliegen real in einer konstruktiven Weise umzusetzen.

 

C) Teilziel: Emotionen unterscheiden lernen im Sokratischen Dialog:

 

Die Orientierung von Täter und Opfer an den Tatsachen im „Hier und Jetzt“ ermöglicht es den HelferInnen, dem potentiellen Täter menschlich zu begegnen, gleichzeitig aber auch in den sachlichen Aspekten argumentativ entgegen zu treten.
Durch seine Haltung der Achtsamkeit und des Respekts signalisiert der Helfer einem potentiellen Täter nonverbal , durch eine selbst gewählte symbolische Demutshandlung, seine Bereitschaft, sich ihm, in der Sache, seinem Anliegen, zu stellen und sich ihm, gegebenenfalls, wenn es für einen, Lösungsschritt hilfreich ist, zu „unterwerfen“; d.h., sich „in der Sache“ durch die besseren Argumente belehren zu lassen, dem Täter vorerst Recht zu lassen und die „Sache“, (vorerst) im Raum stehen zu lassen. So eine Handlung könnte sein: ein „dienendes Unterwerfungsritual“; wie z.B. Tee servieren, ein Essen zubereiten, eine Zigarette anbieten u.a.

Eine weitere Massnahme könnte sein: Um Respekt und Ernstnehmen der Person des Täters zu verstärken, sollen HelferInnen dem Täter Alternativen anbieten, die dieser annehmen kann. Solche Alternativen sollen schriftlich, in „würdevoller und stilvoller“ Ruhe (als Ritual) 1. mit den Worten des Täters wiederholt werden. 2. Sollen HelferInnen beim Täter rückfragen, ob sein Anliegen von ihnen richtig verstanden und „korrekt“ ausgedrückt wurde, und 3. sollen die HelferInnen den Täter die Alternativen nochmals selbstständig in Ruhe bewerten lassen.
Wichtig: Die Stimme der HelferInnen soll zum Instrument der Beruhigung durch Veränderung der Ton - und Stimmlage entwickelt werden. Eine Massnahme, dies nachhaltig zu verstärken, könnte der Einsatz von Kieselsteinen (in der Hosentasche) und weiters der Einsatz von Klangsteinen (vgl. Prof. Fessmann, Mozarteum Salzburg) sein.

D) Teilziel: Entscheiden lernen für eine Emotion

 

Die neue Grundorientierung soll die Emotionalität auch kognitiv ankern helfen, indem sie die Emotionalität in eine Richtung orientiert und eingeübt wird.

E) Teilziel: Mit Begeisterung umsetzen lernen

 

Die HelferInnen sollen den potentiellen Täter bei der Umsetzung selbstgesetzten Entscheidungen mit Enthusiasmus und persönlicher Begeisterung unterstützen. Eine Massnahme könnte sein: gemeinsames spontanes Lächeln, Loben, Lachen durch Übungen am Sinn orientierter Möglichkeitsgeschichten.
Spontane, auch tänzerische Rollenspiele und nonverbale improvisierende Sprache sollen den Ertrag der zuvor ausgeführten Aktivitäten in neuen Einstellungen und Haltungen mit neuen Verhaltensweisen sicherstellen.
Abschliessend soll konkretes Planen in einen neuen Lebensentwurf münden und durch konkretisierte Vorstellungen, Pläne, Schaubilder, Tabellen am Computer entwickelt modelliert werden.


AUSBLICK


Die Massnahmen (-Pakete) sollen des weiteren in Aktionen unterteilt und als zahlreiche messbare Outputs und „Results“ weiter entwickelt und im Rahmen des EU-Projekts als eine Innovation zum Thema Gewalt angeboten werden. Vorgesehen sind auch Konferenzen mit Vorstellung des Projektes, bei konkreter Anfrage.

 

(Text entnommen von der ABILE West Homepage)

 


Drucken